Video fürs Web vorbereiten

Ein Verkaufsvideo wird einmal exportiert und tausendmal geladen. Diese Seite ist die Kurzfassung: welche Einstellungen du beim Export nimmst, und warum die Datei damit klein genug wird, ohne schlechter auszusehen.

Warum das Format wichtig ist

Die Endung einer Datei sagt wenig. In einer Datei, die auf .mp4 endet, kann ein Video stecken, das auf dem iPhone gar nicht abspielt: zum Beispiel VP9, das manche Programme beim Export wählen. Deine Besucher sehen dann eine schwarze Fläche. Die meisten kommen über das Telefon, also zählt, was dort läuft.

H.264-Video mit AAC-Ton läuft auf allen Geräten und in allen Browsern. Deshalb ist das die Empfehlung für jedes Video im Funnel.

Was beim Hochladen geprüft wird

Bevor die Datei übertragen wird, schaut der Builder nach, was darin steckt:

In der DateiErgebnis
H.264 mit AAC-Ton oder ohne Tonwird hochgeladen
HEVC (H.265) ohne HDRwird hochgeladen, mit Hinweis: läuft auf iPhones und den meisten neueren Geräten, auf manchen älteren Android-Handys und in Firefox nicht
HEVC mit HDR, so nimmt das iPhone standardmäßig aufwird hochgeladen, mit eigenem Hinweis: an vielen Computern und auf manchen Android-Handys wirken die Farben blass, auf manchen älteren Android-Handys und in Firefox läuft es nicht
VP8, VP9, AV1 oder eine WebM-Dateiwird abgewiesen
Ton in einem anderen Format als AACwird abgewiesen
eine Datei, die sich nicht als Video lesen lässtwird abgewiesen

Abgewiesen wird, bevor etwas übertragen ist. Die Meldung nennt, was in der Datei steckt, und verlinkt auf diese Seite. Exportiere das Video dann neu, wie unten beschrieben.

Ist schon ein Video eingesetzt, das nicht H.264 ist, steht der Hinweis im Eigenschaften-Panel direkt unter der Datei.

Quer aufnehmen

Der Player im Video-Block ist für Querformat 16:9 gebaut. Ein Video im Hochformat bekommt dort links und rechts breite schwarze Balken. Halte das Telefon deshalb quer, wenn du für den Video-Block aufnimmst. Nur der Block für Kundenstimmen hat einen eigenen Schalter für Hochkant 9:16.

Auf dem iPhone aufnehmen

Neuere iPhones nehmen standardmäßig in HEVC mit 10 Bit und HDR auf. HDR (High Dynamic Range) speichert mehr Helligkeit und kräftigere Farben, als die meisten Bildschirme zeigen. Computer und manche Android-Handys rechnen das herunter, dabei wirken die Farben oft blass und matt. Abgewiesen wird so ein Video nicht: hochladen kannst du so ein Video trotzdem, es bekommt nur einen eigenen Hinweis. Für Videos, die du direkt vom Telefon hochladen willst, stellst du zwei Dinge um:

  1. Einstellungen öffnen.
  2. Kamera → Formate → Maximale Kompatibilität wählen.
  3. Zurück zu Kamera → Video aufnehmen → HDR-Video ausschalten.

Ab dann nimmt die Kamera in H.264 ohne HDR auf, und das kommt so beim Hochladen an. Fotos werden dabei als JPEG gespeichert statt als HEIF, und einige Aufnahmeformate (etwa 4K mit 60 Bildern pro Sekunde) stehen nicht mehr zur Wahl.

Die Rechnung, an der alles hängt

Die Dateigröße eines Videos ist nichts anderes als Bitrate mal Dauer.

Wichtig

5 Mbit/s bei 1080p reichen für ein Verkaufsvideo. Drei Minuten sind dann rund 110 MB. Bei 10 Mbit/s wären es 220 MB, ohne dass jemand einen Unterschied sieht: ein sprechender Mensch vor einer ruhigen Wand hat wenig Bewegung, und genau die kostet Bitrate.

Dauer5 Mbit/s (1080p)3 Mbit/s (720p)
1 Minuterund 37 MBrund 22 MB
3 Minutenrund 110 MBrund 66 MB
5 Minutenrund 185 MBrund 110 MB

Wenn dein Export deutlich darüber liegt, ist fast immer die Bitrate schuld, nicht die Länge.

Die Einstellungen

EinstellungWertWarum
FormatMP4Läuft überall, auch auf älteren Telefonen
Video-CodecH.264Derselbe Grund. H.265 ist kleiner, aber nicht überall abspielbar
Auflösung1080p4K bringt auf einem Telefon nichts und kostet ein Vielfaches
Bitrate5 Mbit/sSiehe oben. Für ein reines Gesichtsvideo reichen 3
Ton-CodecAAC, 128 kbit/sStandard für Web-Video; Sprache braucht nicht mehr
Bildratewie die AufnahmeVon 30 auf 60 hochzurechnen macht die Datei größer, nicht besser
Für Web optimierenanDas ist faststart, siehe unten

faststart ist der wichtigste Haken

Ein MP4 speichert seinen Index normalerweise am Dateiende. Der Browser muss dann die ganze Datei geladen haben, bevor das erste Bild erscheint.

Mit faststart wandert der Index an den Anfang, und das Video startet sofort. Es ist derselbe Inhalt, nur anders sortiert.

Die Einstellung heißt je nach Programm „Für Web optimieren", „Fast Start" oder „Web Optimized". Wenn du die Datei schon exportiert hast, kostet das Umsortieren nur Sekunden und keine Qualität:

ffmpeg -i eingang.mp4 -c copy -movflags +faststart ausgang.mp4

-c copy heißt: nichts wird neu berechnet.

Mit HandBrake

HandBrake ist kostenlos und läuft auf Mac, Windows und Linux.

  1. Video öffnen.
  2. Voreinstellung Web → Vimeo YouTube HQ 1080p60 wählen, oder Fast 1080p30 für eine kleinere Datei.
  3. Reiter Summary: Format MP4, Web Optimized anhaken.
  4. Reiter Video: Video Encoder H.264 (x264). Qualität auf „Average Bitrate" stellen und 5000 kbit/s eintragen.
  5. Reiter Audio: Codec AAC, 128 kbit/s.
  6. Speichern unter, Start.

Prüf vor allem den Video Encoder: steht dort H.265 oder VP9, wird die Datei beim Hochladen abgewiesen bzw. bekommt den Hinweis.

Mit ffmpeg in einem Durchgang:

ffmpeg -i eingang.mov -c:v libx264 -b:v 5M -vf scale=-2:1080 \
  -c:a aac -b:a 128k -movflags +faststart ausgang.mp4

Wie groß darf die Datei sein

Die Obergrenze hängt an deinem Tarif:

TarifVideo-Upload
Starterkein eigener Upload, YouTube und Vimeo gehen
Pro150 MB
Agentur300 MB

Der Builder weist eine zu große Datei ab, bevor sie hochgeladen wird. Wenn dein Video knapp darüber liegt, ist die Bitrate der richtige Hebel, nicht die Länge.

Warum das nicht nur Speicherplatz ist

Ausgeliefert wird bei jedem Start neu. Ein 30-MB-Video bei 10.000 Starts im Monat sind 300 GB, die durch die Leitung gehen. Deshalb steht in deinem Tarif eine Menge für die Auslieferung, und deshalb lohnt sich jedes gesparte Megabyte doppelt: die Seite wird schneller, und du bleibst entspannt unter der Grenze.

Wie weit deine Zuschauer wirklich kommen, steht in der Auswertung deines Funnels unter Zuschauer-Verlauf. Wer im Schnitt 40 Sekunden schaut, braucht kein Zehn-Minuten-Video in Maximalqualität.

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